John Grube Forschungsförderpreis

Im Rahmen unseres Satzungszweckes Wissenschaft und Forschung zu fördern, unterstützen die John Grube Foundation Forschungsarbeiten zu ANCA-assoziierten Vaskulitiden, insbesondere zu GPA. 

Dies geschieht durch die jährliche Verleihung des John Grube Forschungspreise für abgeschlossene Forschungsarbeiten, sowie durch die Vergabe von Promotionsstipendien, die Erteilung von Forschungsaufträgen und die Ausschreibung von Forschungsvorhaben.

Unser wissenschaftlicher Beirat hat dafür Förderrichtlinien verfasst, die festlegen welche Forschungsarbeiten teilnahmeberechtigt sind. Zu den Richtlinien.

John Grube Forschungspreis

Der John Grube Forschungsförderpreis ist mit 15.000€ dotiert und wird jährlich in Kooperation mit der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) verliehen. 

Er werden Forschende ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenlage oder zum Verständnis der Krankheit beigetragen haben. 

Der Verein hofft dadurch für Mediziner und Forscher einen Anreiz zu schaffen zur Erforschung von GPA beizutragen.

 

Die eingereichte(n) Forschungsarbeit(en) müssen auf Deutsch oder Englisch verfasst und veröffentlicht sein, und dürfen am Stichtag (14.5.2022) nicht älter als zwei Jahre alt sein.

Bitte reichen Sie Ihre Arbeit bis zum 28. Mai ein unter info@johngrube-foundation.com, Betreff Forschungspreis.

 

Forschungsförderung

Darüber hinaus fördert die John Grube Foundation auch Forschungsvorhaben die noch in der Planungs- oder Umsetzungsphase sind, und dementsprechend noch keine Ergebnisse vorliegen.

Gerne nehmen wir dafür Initiativanträge für eine Förderung entgegen. 

Bitte reichen Sie Ihren Antrag ein unter info@johngrube-foundation.com, Betreff Forschungsvorhaben.

 

Derzeit fördern wir folgenden Projekte langfristig:

 

GeVas Register, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Die John Grube Foundation unterstützt das GeVas-Vaskulitis-Register, welches vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geführt wird und alle Patienten

erfassen will, die an Vaskulitiden leiden. Die Infrastruktur des Registers steht seit einiger Zeit bereit, alle Anträge wurden eingereicht, doch die Arbeit war leider ins Stocken geraten. Deswegen hat die John Grube Foundation das UKE im Dezember mit 30.000€ unterstützt um die Datensammlung wieder beschleunigt aufzunehmen. Die Daten werden bei GeVas nicht nur gesammelt, sondern auch sofort statistisch analysiert und anderen Forschern weltweit zur Verfügung gestellt. Die JGF hat vor das GeVas Register langfristig zu unterstützen.

 

PED Register, Universitätsklinikum Würzburg

Zudem unterstützt die JGF ein weiteres Register, welches an der Kinderpoliklinik am Uniklinikum Würzburg unter der Leitung von Prof. Christoph Härtel geführt wird. Aufgrund unserer Erfahrung mit dem UKE und der Arbeit am Gevas-Register, sowie dem Fakt, dass John vom Erwachsenenregister nicht erfasst worden wäre, haben wir beschlossen auch dieses Vorhaben zu fördern, in Höhe von 27.000€ über die nächsten drei Jahre. Um eine bestmögliche Verwendung der Mittel sicherzustellen, und von der Pionierarbeit am UKE zu profitieren, halten wir regelmäßig Absprachen zwischen Prof. Härtel und Prof. Christoph Iking-Kohnert, UKE, und schaffen es so Dopplung der Arbeit zu vermeiden, die Technik aufeinander abzustimmen und einheitliche Datenerfassungsmethoden anzuwenden. 

Diagnose-/Früherkennungsforschung, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel

Seit September fördert die John Grube Foundation gemeinsam mit der DGRh die Forschung von Dr. med. Jan-Henrik Schirmer zur besseren Diagnose und Früherkennung von Krankheitsschüben. Dr. Schirmer analysiert dafür mithilhe eines Sequenzierungsverfahrens eine Großzahl an Blutkörpern die während eines Schubes entnommen werden, und vergleicht diese mit dem Blutbild eines Patienten in Remission. 

“Trotz deutlicher Fortschritte in der Diagnostik und Therapie bei den mit Antineutrophilen Zytoplasma Antikörpern (ANCA) – assoziierten Vaskulitiden (AAV), erleidet weiterhin ein erheblicher Teil der Patienten chronische Schäden durch die Erkrankung oder Komplikationen durch die Therapie. Die AAV sind chronische Erkrankungen und bisher nicht heilbar. Allerdings kann die den Erkrankungen zugrundeliegende Entzündung durch immunsuppressive (“das Immunsystem unterdrückende”) Medikamente kontrolliert werden. Den “entzündungsfreien” / erfolgreich kontrollierten Zustand nennt man “Remission”. Es besteht jedoch weiterhin das Risiko, auch schwerwiegende Krankheitsschübe zu erleiden. Aussagekräftige Laborwerte (“Biomarker”) zur sicheren Früherkennung von Krankheitsschüben und Abschätzung der notwendigen Intensität der medikamentösen Therapie sind weiterhin nicht verfügbar. Dies macht regelmäßige aufwändige Kontrollen bei Spezialisten für AAV notwendig, in denen mittels Blut- und Urinuntersuchungen, sowie z.B. bildgebenden Verfahren untersucht werden muss, ob erneut ein Schub der Erkrankung eingetreten ist. Trotz sorgfältigen Vorgehens kann ein Teil der Schübe jedoch nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden. 

In diesem Projekt soll der Funktionszustand der Zellen des Immunsystems bei aktiv-entzündlicher AAV charakterisiert und mit dem Funktionszustand in Remission verglichen werden. Hierzu wird eine sogenannte Transkriptionsanalyse in Einzelzellauflösung verwendet. Mittels dieser lässt sich der Funktionszustand jeder einzelnen Immunzelle in einer untersuchten Blutprobe darstellen und nicht (wie bei herkömmlichen Methoden) nur ein Gesamtbild aller untersuchter Zellen. Transkriptionsanalyse bedeutet, dass der Funktionszustand von Zellen analysiert wird, indem man nachweist, welche Gene des Erbgutes eine Zelle auch tatsächlich “abliest”, um die dort verschlüsselten Eiweiße (“Proteine”) herzustellen. 

Ziel des Projektes ist die Identifikation von Schlüsselmechanismen des Immunsystems, die einer aktiven Entzündung bei AAV zugrundeliegen. Diese Erkenntnisse sollen die Grundlage für die Entwicklung neuer diagnostischer Tests zur Diagnosestellung, Früherkennung von Schüben und Steuerung der Medikation bilden.”

John Grube Forschungspreis 2021

 

Der erste John Grube Forschungspreis wurde im September 2021 im Rahmen des Vaskulitis Kongresses der DGRh verliehen. Er ging an das Forschertrio Dr. med. Wolfgang Merkt,  Prof. Dr. med. Raoul Bergner und Prof. Dr. med. Nils Venhoff. 

 

Mehr über die Preisträger finden Sie hier.

Merkt_Wolfgang_Uniklinikum Heidelberg.jpg

Dr. med. Wolfgang Merkt

Bergner_Raoul _Klinikum Ludwigshafen.jpg

Prof. Dr. med. Raoul Bergner

Venhoff_Nils_Uniklinikum Freiburg.jpg

Prof. Dr. med. Nils Venhoff

Die ausgezeichnete Forschungsarbeit untersucht den Effekt von natürlichen Killer-Zellen in der Therapie von ANCA-assoziierten Vaskulitiden.

Den vollständigen Forschungstext finden Sie hier.

„Im Fokus unserer Forschungskooperation standen verschiedene zur Therapie der ANCA-assoziierten Vaskulitis zugelassene chemische (u.a. Azathioprin) und biologische (Rituximab) Therapeutika und deren Einfluss auf eine hochspezialisierte Zellpopulation unseres Immunsystems: Natürliche Killer (NK)-Zellen. Wir konnten zeigen, dass Rituximab diese NK-Zellen in Patienten aktiviert. Unsere Daten geben Hinweise darauf, dass NK-Zellen Teil des Wirkmechanismus von Rituximab in GPA sind, inklusive der Möglichkeit einer stärkeren Wirksamkeit einer Fortentwicklung dieses Medikaments (Obinutuzumab) auf nun grundlagenwissenschaftlicher Basis. Unsere große retrospektive Analyse von Lymphozyten-Populationen in über 400 Messungen zeigte, dass die Anzahl frei im Blut zirkulierender NK-Zellen durch Azathioprin signifikant vermindert wurde. Die Azathioprin-assoziierte NK-Zell- Verminderung könnte eine plausible Erklärung für relevante Nebenwirkungen dieser Therapie darstellen und möglicherweise relevante Auswirkungen auf Antikörper-basierte Folgetherapien (wie z.B. Rituximab) haben. Diese Hypothese möchten wir gerne im Rahmen weiterer Kooperationen untersuchen und mit wissenschaftlichen Daten untermauern.“

JGF Förderkriterien

JGF Förderkriterien.docx
Microsoft Word Dokument